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Frauen in Wien arbeiten immer und überall - und du bist eine davon! Erzähl uns deine Geschichte und sag uns, wie wir unsere Stadt für Frauen noch besser machen können.
Mütter leisten Tag für Tag Unglaubliches. Sie organisieren den Alltag, kümmern sich um Kinder, übernehmen Verantwortung, arbeiten – bezahlt und unbezahlt – und halten Familien zusammen. Diese Leistung verdient Anerkennung, Respekt und Sichtbarkeit. Kleine Gesten zum Muttertag können Wertschätzung ausdrücken. Doch sie greifen zu kurz. Denn Mütter verdienen mehr als einen einzelnen Tag im Jahr, der Aufopferung romantisiert und als selbstverständlich darstellt.
Die Realität sieht oft anders aus: Die tägliche Sorgearbeit bleibt vielfach unsichtbar. Neben der physischen Arbeit tragen Mütter auch die sogenannte „mentale Last“ – sie denken an Termine, koordinieren Bedürfnisse, planen voraus. Dazu kommt ein gesellschaftlicher Druck, der widersprüchliche Erwartungen schafft: Mütter sollen gleichzeitig fürsorglich, verfügbar und beruflich erfolgreich sein. Mutterschaft wird dabei häufig als „natürlich“ vorausgesetzt – und genau deshalb nicht als das anerkannt, was sie ist: harte, unverzichtbare Arbeit.
Diese strukturelle Geringschätzung zeigt sich besonders deutlich am Arbeitsmarkt. Mütter sind häufiger in Teilzeit beschäftigt – oft nicht freiwillig, sondern weil Betreuungsangebote fehlen oder Arbeitszeiten unflexibel sind. Gleichzeitig wird Teilzeit gesellschaftlich und finanziell abgewertet. Wer Vollzeit arbeitet, sieht sich hingegen schnell mit Vorwürfen konfrontiert. Diese Doppelbelastung und die eingeschränkten Wahlmöglichkeiten führen langfristig zu Einkommensnachteilen und niedrigeren Pensionen.
Der Muttertag kann ein schöner Anlass sein, Danke zu sagen. Aber er darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es grundlegende Veränderungen braucht. Echte Wertschätzung zeigt sich nicht in Blumen oder Pralinen, sondern in fairen Rahmenbedingungen, gesellschaftlicher Anerkennung und politischem Handeln.
Denn Mütter verdienen mehr als einen Tag. Sie verdienen eine Gesellschaft, die ihre Leistung sieht, anerkennt – und entsprechend handelt.
In Wien gibt es beitragsfreie Kindergärten auch am Nachmittag, mehr als 120 Ganztagsschulen und günstige Ferienbetreuungen. Diese Angebote entlasten Familien in Zeiten der Teuerung und erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung. Durch die ganztägigen und kostengünstigen Betreuungsangebote der Stadt Wien können mehr Frauen in Vollzeit arbeiten. Das sorgt dafür, dass sie finanziell unabhängiger sind und sich besser um ihre Zukunft kümmern können. Das zeigt sich auch in Zahlen: Wien hat die niedrigste Teilzeitquote und den geringsten Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen in ganz Österreich.
Das Programm des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds (waff) „Karenz und Wiedereinstieg“ unterstützt Beschäftigte in Wien vor, während und nach der Karenz mit Beratung, Workshops und finanzieller Förderung für Aus- und Weiterbildungen. Das Programm richtet sich an beschäftigte Frauen und Männer mit Hauptwohnsitz in Wien, deren Dienstverhältnis aufrecht ist. Es kann bei einer Berufsunterbrechung durch Geburt, Pflegefall oder Familienhospizkarenz genutzt werden, sowohl vor, während als auch nach der Karenz. Der Eintritt in das Programm muss vor Beginn oder während der Karenz erfolgen. Die Elternkarenz darf in der Regel bis zum 18. Lebensmonat des Kindes dauern, in manchen Fällen bis zum 22. oder 24. Lebensmonat.
Das FEM Frauengesundheitszentrum ist eine wichtige Anlaufstelle in Wien für Frauen, Mädchen und Eltern rund um körperliche und seelische Gesundheit. Es bietet niederschwellige, ganzheitliche Unterstützung – von Beratung und Information bis zu Workshops und Gruppenangeboten. Im Fokus stehen Themen wie Vorsorge, Schwangerschaft, psychische Gesundheit, Sexualität, Ernährung und Elternschaft. Die Angebote sind oft mehrsprachig und leicht zugänglich, sodass möglichst viele Frauen erreicht werden. FEM verfolgt das Ziel, Gesundheitskompetenz zu stärken und Frauen zu selbstbestimmten Entscheidungen zu befähigen. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und Gesundheitsgerechtigkeit.
Der Haushaltsplan des Österreichischen Städtebunds listet typische Haushaltstätigkeiten, zum Beispiel Geschirrspüler aus- oder einräumen, Staubsaugen, Wäsche waschen oder aufhängen, Bügeln, Mist entsorgen, Bad oder Toilette putzen, Einkaufen und Kochen auf und soll dazu verwendet werden, die unbezahlte Care-Arbeit fair untereinander aufzuteilen. Die Broschüre „Wir machen halbe/halbe“ gibt weitere Tipps für Gespräche und Aufgabenverteilung im Alltag um stereotype Rollenbilder aufzubrechen und für eine gleichberechtigte Partnerschaft zu sorgen.