Berufe, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, wie Pflege, Einzelhandel, medizinischer Betreuung, Pädagogik oder Reinigung werden schlechter bezahlt als Berufe in männerdominierten Branchen. Doch auch innerhalb derselben Berufsgruppen bestehen eklatante Einkommensunterschiede.
Auch Teilzeitarbeit ist in frauendominierten Branchen weit verbreitet. Einerseits, weil aufgrund der Doppelbelastung von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung keine andere Wahl bleibt, andererseits weil viele Unternehmen nur Teilzeitarbeit anbieten. Teilzeitkräfte ermöglichen es Unternehmen, flexibel auf Arbeitsanforderungen zu reagieren. Doch für die betroffenen Frauen bedeutet das oft ein nicht existenzsicherndes Einkommen und Abhängigkeit von Partner oder Sozialleistungen.
Vor allem in sozialen Dienstleistungsberufen wie der Pflege ist die Belastung durch Zeitdruck, überlange Arbeitszeiten oder Stress für die dort arbeitenden Frauen immens hoch. Auch dadurch ist ein Arbeiten in Vollzeit oder bis zur Pension oft nicht möglich. Am Ende rutschen vor allem Frauen in Altersarmut.
Weil Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer, gehen sie meist länger in Karenz und arbeiten im Anschluss vermehrt Teilzeit als Väter. Fehlendes Personal und zu wenig Geld in der Langzeitpflege oder der Kinderbetreuung sind weitere Faktoren, warum Care-Arbeit unbezahlt in Privathaushalte und somit an Frauen ausgelagert wird. Darüber hinaus zählt in unserer Gesellschaft vor allem bezahlte Arbeit als „echte“ Leistung und männlich geprägte Betriebskulturen mit Vollzeitarbeit und vielen Überstunden gelten als normal. Unbezahlte Care-Arbeit wird unsichtbar gemacht und als weniger wertvoll abgewertet.
Pflege ist psychisch wie körperlich Schwerarbeit. Seit 1. Jänner 2026 werden deshalb Pflegeberufe ausdrücklich als Schwerarbeit anerkannt. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und Kräfte der Pflegefachassistenz sowie der Pflegeassistenz können dadurch bereits mit 60 Jahren in Pension gehen, sofern sie 45 Versicherungsjahre aufweisen und in den letzten 20 Jahren mindestens 10 Jahre Schwerarbeit verrichtet haben. Auch psychische Belastungen und Mehrfachbelastungen gelten nun neben der körperlichen Belastung als Schwerarbeit. Außerdem werden geleistete Stunden und Dienste besser anerkannt werden.
In Wien haben wir 4.100 neue Ausbildungsplätze im Sozial- und Gesundheitsbereich geschaffen. Wiener:innen auf Arbeitssuche können sich auf den Pflegeberuf umschulen lassen und bekommen dafür zusätzlich zur Arbeitslosenunterstützung ein Ausbildungsgeld von 400 Euro pro Monat. So werden neue Zukunftsjobs geschaffen und die Wiener Pflegekräfte nachhaltig entlastet.
Die Frauenarbeitsstiftung Wien von waff und AMS Wien richtet sich an Wienerinnen ab 25 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung, insbesondere Wiedereinsteigerinnen, die Arbeitslosengeld beziehen. Sie erhalten umfassende Berufsorientierung, eine kostenlose Ausbildung, das Arbeitslosengeld des AMS Wien und monatlich 300 Euro Ausbildungszuschuss vom waff. Die Frauenarbeitsstiftung Wien ergänzt das bisherige Angebot und ermöglicht Wienerinnen auch umfassende Schul- und Studienausbildungen, die ohne Stiftung nicht möglich wären.
Wir schaffen 300 zusätzliche Studienplätze an Wiener Fachhochschulen für berufstätige Frauen in Studiengängen mit einem geringen Frauenanteil im Bereich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik. Außerdem haben wir in Wien ein spezielles Stipendium, um Einkommensverluste durch eine Stundenreduktion während des Studiums zu kompensieren. Außerdem fördern wir Mädchen aktiv wie etwa mit dem Pilotprojekt „Mädchen feiern Technik“.