Der Großteil der unbezahlten Care-Arbeit wie Hausarbeit, Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen und der sogenannte Mental Load, also das Daran-Denken und die Organisation von Haushaltsaufgaben, wird noch immer von Frauen geleistet. Während Frauen täglich mehr als vier Stunden unbezahlte Arbeit leisten, sind es bei Männern nur zweieinhalb Stunden täglich. Sogar wenn Frauen in Paarbeziehungen mehr verdienen als ihr Partner, bleibt die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit aufrecht. Sobald Kinder im gemeinsamen Haushalt leben, wird dieser sogenannte Gender Care Gap noch größer.
Starre Rollenbilder und das Zuschreiben von bestimmten Eigenschaften an Frauen und Männer wie dass Frauen fürsorglicher wären, halten den Gender Care Gap aufrecht. Auch die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern, also der Gender Pay Gap, sorgen dafür, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes eher und länger in Karenz gehen und im Anschluss in Teilzeit arbeiten, als Väter.
Die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern hat spürbare negative Folgen für Frauen: Sie beeinflusst ihr Einkommen, ihre Chancen am Arbeitsmarkt und ihre berufliche Entwicklung, reduziert ihre frei verfügbare Zeit und kann sich zudem belastend auf ihre Gesundheit auswirken.
In Wien packen wir Probleme bei der Wurzel. Hier sind einige der Maßnahmen, die für echte Wahlfreiheit sorgen.
In Wien gibt es kostenlose Kindergärten auch am Nachmittag, mehr als 120 Ganztagsschulen und günstige Ferienbetreuungen. Diese Angebote entlasten Familien in Zeiten der Teuerung und erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung. Durch die ganztägigen und kostengünstigen Betreuungsangebote der Stadt Wien können mehr Frauen in Vollzeit arbeiten. Das sorgt dafür, dass sie finanziell unabhängiger sind und sich besser um ihre Zukunft kümmern können. Das zeigt sich auch in Zahlen: Wien hat die niedrigste Teilzeitquote und den geringsten Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen in ganz Österreich.
Das Programm des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds (waff) „Karenz und Wiedereinstieg“ unterstützt Beschäftigte in Wien vor, während und nach der Karenz mit Beratung, Workshops und finanzieller Förderung für Aus- und Weiterbildungen. Das Programm richtet sich an beschäftigte Frauen und Männer mit Hauptwohnsitz in Wien, deren Dienstverhältnis aufrecht ist. Es kann bei einer Berufsunterbrechung durch Geburt, Pflegefall oder Familienhospizkarenz genutzt werden, sowohl vor, während als auch nach der Karenz. Der Eintritt in das Programm muss vor Beginn oder während der Karenz erfolgen. Die Elternkarenz darf in der Regel bis zum 18. Lebensmonat des Kindes dauern, in manchen Fällen bis zum 22. oder 24. Lebensmonat.
Der Haushaltsplan des Österreichischen Städtebunds listet typische Haushaltstätigkeiten, zum Beispiel Geschirrspüler aus- oder einräumen, Staubsaugen, Wäsche waschen oder aufhängen, Bügeln, Mist entsorgen, Bad oder Toilette putzen, Einkaufen und Kochen auf und soll dazu verwendet werden, die unbezahlte Care-Arbeit fair untereinander aufzuteilen. Die Broschüre „Wir machen halbe/halbe“ gibt weitere Tipps für Gespräche und Aufgabenverteilung im Alltag um stereotype Rollenbilder aufzubrechen und für eine gleichberechtigte Partnerschaft zu sorgen.
Das Stadt Wien Frauenzentrum ist die zentrale Beratungs- und Informationsstelle der Stadt Wien für Wienerinnen. Sie ist die erste Anlaufstelle für Fragen zu allen Lebenslagen in denen sich Frauen wiederfinden können. Als Schnittstelle für die verschiedensten Beratungs- Förderungs- und Unterstützungsangebote für Frauen, kann das Frauenzentrum einen idealen ersten Überblick zu weiteren Angeboten in Wien bieten.