In Österreich hat jede dritte Frau ab 15 Jahren bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Entsprechend legt die Stadt Wien großen Wert auf den Schutz vor und die Unterstützung bei Gewalt sowie auf Gewaltprävention. Im Rahmen des Gewaltschutzpakets 2022 wurden insgesamt rund 11 Millionen Euro in den Gewaltschutz investiert. Im Jahr 2024 stellten
Bürgermeister Michael Ludwig und die damalige Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál außerdem das Wiener Maßnahmenpaket 2024 vor. Dieses umfasst drei Punkte zur Ausweitung des Sicherheitsnetzes in Wien: die Verdoppelung der Mittel für Täter- und Präventionsarbeit, mehr Prävention in der Jugendarbeit und an Schulen sowie eine intensivierte Forschung zu Femiziden und Mordversuchen an Frauen in Wien.
Unter dem Notruf werden Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt sind oder waren, beraten. Das Angebot reicht von der Soforthilfe über Beratung und Begleitung bis hin zur psychologischen Prozessbegleitung, Beratung von Angehörigen und Vermittlung zu anderen Beratungsstellen. Darüber hinaus umfasst es die Unterstützung und Fortbildung von Institutionen. Die Angebote sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.
In Wien bieten insgesamt fünf Frauenhäuser Frauen rund um die Uhr Schutz, Hilfe und eine sichere Unterkunft. Seit der Eröffnung des letzten Frauhauses im Jahr 2022 stehen insgesamt 228 Plätze für Frauen ab 16 Jahren zur Verfügung.
Für Frauen, die nicht mehr auf die Sicherheit von Frauenhäusern angewiesen sind, aber weiterhin auf eine gewisse Betreuung benötigen, stehen in Wien 54 Übergangswohnungen zur Verfügung.
In der ambulanten Beratungsstelle können sich Frauen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym beraten lassen.
Das Gewaltschutzzentrum bietet Betroffenen von häuslicher Gewalt oder Gewalt im sozialen Nahraum sowie Opfern von Stalking unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft Unterstützung.
Seit Januar 2025 gibt es mit der Gewaltschutzambulanz eine niederschwellige und kostenlose Anlaufstelle für medizinische Untersuchungen zur Sicherung von Spuren und Dokumentation von Verletzungen.
Seit 2009 sind Krankenhäuser mit Abteilungen für Gynäkologie und Notfallmedizin gesetzlich dazu verpflichtet, multidisziplinäre Opferschutzgruppen einzurichten.
Seit 2020 arbeiten der 24-Stunden-Frauennotruf und der Verein Wiener Frauenhäuser eng mit den IT-Sicherheitsexpert:innen von WienCERT bei Wien Digital zusammen, um im Zusammenhang mit Cybergewalt spezialisierte Hilfe und Unterstützung leisten zu können.